Das Schenkbarsche Haus in Biedenkopf
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Quellen und Diskussionen

Ritter Krafft von Döring verkauft an Kuntz Ruhl (1365)



Verwandtschaftverhältnisse der Walthers, Zießlers und Schmittborn (1775)



Aufstellung der vom Landgrafen gekauften Güter (1577)



Heinrich Schenckbar wird mit dem Hofgarten belehnt (1610)


Schultheiß Werner Walleck bittet den Landgrafen um Belehnung (1591)



Vier Urkunden aus dem Rechtstreit von Breidenbach gegen Milchling und Schenck (1541 bis 1575):








Eytel Iwan verkauf die Gülte an das Kugelkloster, Urkunde 1489:

Erwähnung des Knorrengutes 1532 im Streit zwischen den Vettern Caspar und Heintz von Breidenbach

Siegel 1485:

Siegel 1477

Siegel 1489:

Siegel 1485

Verkauf der Gülte von der Familie von Martorff (zum Paradies) an Iwan Urkunde 1485

Siegfried zum Paradies belehnt Ludwig von Hohenfels Urkunde 1477





Stadtplan 1829



Zu dem Hexenprozeß, der im Hause unter Schultheiß Alexander Walther angstrebt und durchgeführt wurde, hier noch die entsprechende Quelle aus Soldans Geschichte der Hexenprozesse band 2 Seite 89:

Aus der grossen Menge der
 juristischen Gutachten
 greifen wir zunächst das Responsum heraus, welches diejuristische (hessen-darmstädtische) Fakultät zu Marburg in einer Hexenprozesssache unter dem 19. Juli 1631abgab. Aus den Akten ersah die Fakultät, dass Angeklagter H. Sangen aus Biedenkopf „sowohl in- alsausserhalb des Gerichts ohne einigen Zwang bekannt und gestanden, dass er Gott abgesagt und sich demTeufel ergeben, sich auch mit demselbigen verbunden und in dessen Namen taufen und einen anderen Namengeben lassen, auch mit dem Teufel zu verschiedenen Malen Sodomiam begangen, dazu die hochwürdigenSakramente schändlich gemissbraucht, und sonderlich, welches schrecklich zu hören ist, im heil. Abendmahldas gesegnete Brot iterato in des Teufels Namen empfangen, auch mit Füssen getreten, und den gesegnetenWein durch Gebrauch einer süssen, ihm von dem Teufel gegebenen Wurzel per vomitum von sich gegebenund ausgewürgt und also von Gott, den er in vielen Wegen gelästert und geschmähet, allerdingsabgefallen“. — Es könnte nun wohl gefragt werden, ob es nicht möglich sei, mit Verschiebungder Strafe die Befreiung des Frevlers aus der Gewalt des Teufels zu versuchen. Allein die Fakultät erklärt,dass sie dazu nicht rathen könne. Denn die tägliche Erfahrung beweise es, „dass der Teufel denen, soer einmal in seine Stricke gebracht, keine Rast noch Ruhe lässt, dass sie auch lieber todt als lebendig seinwollen.“ Daher schliesst die Fakultät ihr Gutachten mit den Worten: „Es will bei diesen DingenErnst gebraucht[218] sein, dass Gottes Ehre gerettet und dem Teufel sein Reich zerstörtwerde“ u. s. w.

Eine weitere schöne Quelle ist die Leichenpredigt für die Ehefrau von Schultheiß Ziessler, die hier nur in einem Ausschnitt aufgeführt werden kann:

Was nun anlangen tut die weiland viel Ehren und Tugendsame in Christo ihrem Erlöser selig verstorbene Frau Schultheißin des WohlEhrnvesten und Hochachtbaren Herrn Schultheißen allhier vielgeliebte Hausfrauen seligen Andenkens, deren wir diesmal die letzte Ehr erzeiget und anhero das Geleit zu ihrem Ruhe- und Schlafkämmerlein gegeben haben. So ist dieselbige auf diese Welt geboren im Jahr 1611 zu Vöhl in der Herrschaft Itter. Ihr Herr Vater ist gewesen der weiland Ehrwürdige und Wohlgelehrte Herr M. Arnold Kanngießer, damaliger Pfarrer und Metropolitanus der Herrschaft Itter, nachgehents aber Pfarrer zu Heilgenrod/ Kirchbaum und letztlich Pfarrer zu Hohenkirchen, so sämtlich in den Ämtern Cassel gelegen. Ihre Frau Mutter ist gewesen die weiland viel Ehrn und Tugendsame Frau Anna Catharina, weiland des Ehrnvesten und Vorachtbaren Herrn Erici Michelbechers Ratsverwandten und Cämmerers zu Marburg seligen eheliche Tochter. Obbemelte Ihre Eltern S. haben sie als in Sünden empfangen und geboren, durch die H. Taufe unserm Erlöser Christi vortragen und nach ihrer Mutter S. auch Anna Catharina nennen lassen. Und nachdem ihre Mutter S. ihr gar frühzeitig in dem sie damals etwa ein halb Jahr alt gewesen und dahero ihre Mutter S. nicht erkant durch den zeitigen Tod hinweg genommen, hat obbemelter ihr Altvater neben der Altmutter S. sie zu sich gen Marburg genommen, zur Schul gehalten und neben Anführung zu ehrlicher Hausarbeit zu aller Gottesfurcht auferzogen.

Da sie sich dann fein fromm, demütig, züchtig, arbeitsam und ehrbar verhalten, dass alle ehrliche Leut so sie gekannt, es an ihr gerühmt.

Anno 1637. den 6. Novembris hat sie sich durch sonderbare Schickung Gottes an den WohlEhrnvesten und VorAchtbaren Herrn Johannes Zißlern hiesigen Schultheißen jetzigen betrübten Witwer, damals Adelichen Schultheißen zu Holzhausen verheiratet, mit welchem sie dann, wie bekannt, eine gesegnete und friedsame Ehe beinahe 14 Jahr lang bis zu ihren seligen Tod besessen. Solche Ehe ist aber eine rechte Pilgrim- und Wanderschaft gewesen, in dem sie von vorgemelten Holtzhausen, naher Marburg, von dannen der damaligen schädlichen und unvermuteter Veränderung und Unruhe halben naher Giessen, und von dannen anhero [Biedenkopf] sich begeben und also von einem Ort zum andern wandern müssen. In solchem ihrem Ehestand haben sie mit einander durch Gottes Segen sieben Kinder erzielet, nämlich eines zu Holtzhausen, vier zu Marburg, eins zu Giessen und eines allhier, deren zwei, nämlich 2 Söhnlein, solang als Gott will, noch bey leben und ihrer lieben Mutter S. frühzeitigen Tod zum höchsten zu betrauern haben. Die andern fünf aber belangend, sind deren vier zu Marburg und eines allhier [in Biedenkopf] verstorben. In wehrenden ihrem Ehestand hat sie ihren Eheherrn von Hertzen geliebt, ihre Kinder zu allem guten auferzogen, sie zum Gebet, wie auch zur Kirchen und Schulen fleißig angehalten. Und wo sie nach dem Willen Gottes und der Kriegszufälle halben sich aufgehalten, gegen jedermänniglich ganz verträglich, friedfertig, demütig, förderlich und Nachbarlich sich verhalten. Dem Armut, so viel sie nur der Zeit und Gelegenheit nach vermocht, sehr viel Gutes getan, wie dann an allen Orten ihr das mit herzlichen Lob und Ruhm nachgesagt wird. Auch wann sie an einem Ort aufbrechen und ihre Haushaltung anders wohin wenden müssen, so ist ihr Abzug von den benachbarten sehr betrauert worden. Ihre Haushaltung hat sie dermaßen versehen und in acht genommen, dass ihr Eheherr, als welcher sonst ohne das aller Orten, wo sie sich befinden müssen, mit beschwerlichen Amtsgeschäften beladen gewesen, darum sich nicht viel bekümmern dürfen, sondern sich vielmehr auf sie als eine rechte Säule seines Hauswesens verlassen dürfen. Ihr Christentum hat sie ehrlich, rühmlich und Christlöblich geführt, in Kirchen gehen, Anhörung Göttlichen Worts, Gebrauch der H. Abendmahls, im Gebet und andern Übungen der Gottseligkeit fleißig, andächtig und emsig gewesen und damit jedermann zum guten Exempel Christlöblicher Nachfolge tugendlich fürgeleitet.

Ihre Schwachheit betreffend ist sie am 24. Tag des nächstverflossenen Monats Septembris zu Marburg gewesen, da sie sich dann schon etwas unpässlich befunden. Und als sie den 25. Tag ejusdem wieder anhero [Biedenkopf] kommen, ist sie von Tag zu Tag, ob man schon unterschiedener Medicorum Rath gepflogen und die verordneten Medicamenta gebraucht, je länger je schwächer worden. Dahero sie wohl gespürt, dass es sich hier in diesem Leben zu keiner Besserung sondern vielmehr zu einem andern Stand mit ihr schicken wollte. Dahero sie auch begehret in der Kirchen und Schulen sie in das gemeine Gebet mit einzuschließen, welches auch geschehen. Sie hat auch auf ihrem Krankbett und (…)lager mit recht sehnlicher hertzlicher Andacht ihre Beicht getan, zu Versicherung ihrer Seeligkeit das heilige Abendmahl empfangen auch nicht allein damals sondern auch hernach zum offtern dem lieben Gott von Grund ihres Hertzens dafür gedankt und darauf alles, wie es der liebe Gott mit ihr schicken werde, in seinen gnädigen väterlichen Willen anheim gestellt. Ob sie auch schon in ihrer Schwachheit große Schmerzen ausstehen müssen, so hat sie sich doch jederzeit mit männiglicher Verwunderung ganz geduldig erzeiget und fleißig mit hertzlichem Gebet angehalten. Dahero sie auch der liebe Gott nächstverflossenen Samstag den 18. Tag dieses Monats Octobris, Nachts zwischen 12 und 1 Uhren von ihren Schmerzen erlöset und in ihrem Erlöser Christo Jesu sanft und selig einschlafen lassen. Es hat auch der getreue Gott ihr die große Gnade erzeiget, dass sie bis in ihr letztes Ende ihre Sprache und Verstand behalten und als ihr von ihrem Eheherrn unterschiedlich vorgebetet worden, hat sie nicht allein so lang sie gekonnt nachgebetet, sondern auch hernach, wann der Namen Jesus genannt oder sonst ein tröstlich Wort geredet worden, hat sie ihre gefalten Hände jederzeit empor gehoben und dadurch ihren Verstand, Andacht und hertzlich Vertrauen zu Gott solcher Gestalt zu verstehen geben, dass sich diejenigen, so bei ihrem seligen Ende gewesen, sich nicht allein höchlich verwundern, sondern auch gewünscht, dass sie dermal eins auch einen solchen seligen Abschied und vernünftiges Ende haben und von Gott erbitten möchten. Ihr Alter ist gewesen 36 Jahr, deren sie im ledigen 22 im Ehelichen Stand 14 zugebracht. Mit allem Ruhm und Ehren ist in Wahrheit die selig verstorbene Frau Schultheißin ein recht Tugendspiegel gewesen, darinnen sich alle Weibsleut zu besehen und ihr nachzufolgen haben in Demut, Sittsamkeit, Bescheidenheit, Arbeitsamkeit, Zucht, Keuschheit, Haushältigkeit, Frommheit. Aller Ehr und Redlichkeit sie war ein recht Augenlust wie von Ezechiels Weib gesagt worden. Ein Augenlust ihrem lieben Eheherrn, dem sie sein Haushältig und beirätig in aller Ehr und Billigkeit gewierig und gehorsam gewesen. Ein Augenlust war sie ihren lieben Kindern, deren Hertz sich immer nach der Mutter gesehnt, ihre Augen nach ihr gesehen, ihr Mund nach ihr gefragt, als von welcher sie auch treuhertzlich geliebt und aller ehrlicher Notdurft nach fleißig und wohl verpflogen worden. Ein Augenlust war sie ihrem Hausgesinde, als welche sie mit Freundlichkeit und rühmlicher Bescheidenheit regieret und gegen selbige nicht schlecht wie eine Hausfrau sondern vielmehr wie eine Mutter gesinnt gewesen. Ein Augenlust war sie allen ehrlichen Leuten, gegen welche sie sich fein tugendhaft zu bezeigen wusste. Ja sie war ein recht Augenlust für Gott und seinen heiligen Engeln als die Gottes Wort, das Gebet und alle Gottseligkeit in ihrem täglichen Leben und Wandel geliebt und geübet und wie nun Gott und seine H. Engel auch alle Ehrliebende Leut allhier in dieser Welt an ihr ihren Lusten gehabt und gesehen. Also hat und sieht sie nun ihren Lusten in jener Welt an Gott an den H. Engeln und allen Auserwählten und dieselbige wider an ihr in der Ewigen Freude. Wir wünschen von Hertzen Gott wolle einen jeden unter uns vermahl eins auch ein sein seliges Ende bescheren und zu sich in die ewige Himmels Freud aufnehmen. Amen, Ja, Amen, mein lieber frommer Gott, beschere uns allen einen seligen Tod, hilf dass wir mögen all zugleich dermaleins in dein Reich zu dir kommen und bei dir bleiben Ewiglich Amen


Hier eine Quelle zum Sternerkrieg in Biedenkopf, der ebenfalls einiges an Verwüstungen angerichtet hat:

Originaltext

Der alten Manne bundt wider die landtgraven. Anno etc. 1375.

Obwol der Sterner bund aufgelost und geschwecht war, durch angezeigte erbverbruderung, so war er doch darumb noch nicht allerdinge zerbrochen, den die hauptursacher desselbigen gaben ime einen andern namen, nanten sich nicht mehr Sterner, sondern die alten Manne, und hot grave Johan von Nassaw denselbigen allermeist erregt, weil er gesehen das die landgraven zu Doringen und marggraven zu Meissen der zeit mit andern gescheften beladen und derhalben den landgraven nicht grosse hulffe thuen konten, denn Ludewig der gemelten landgraven zu Doringen etc. Balthasars Wilhelms und Friederichen bruder bischoff zu Bamberg war von dem bapst Gregorio dem eilften und Carolo 4 romischen keiser zum erzbischoff gehen Meintze erwelet, dagegen von dem capittel Adolff grave zu Nassaw, der zuvor ein bischoff zu Speyer war gewesen. Der wollte nu mit gewalt das erzstift besitzen, ruckte derhalben fur Erffurt, ward aber abgetrieben durch hochgedochte landgraven zu Doringen.

Da nu diesen vorteil grave Johan ersahe und seinem bruder auch gerner gedienet hette, damit er zum bisthumb komen und die landgraven zu Hessen also daheimen behielte, uberfiel er das gerichte Blanckenstein, Widenhausen die vorstadt an Marpurg, Hermanstein bei Wetzflar, Bidencap die stadt, Dutphe Baern Kaldern Huttenberg und Giessen, furte einen grossen raub hinweg, schlug auch nach dem landgraven bei Wetzflar einen guten hauffen reysiger pferde abe, den die landgraven dorfften sich aus dem underfurstenthumb nicht in gegenrustung begeben, dieweil inen herzog Otto von Braunschweig auff dem halse lag und seiner schanze auch warnam. Das demnach das Hessenland durch diesen graven und seinen anhang einen merglichen schaden genommen den zuvor durch die Sternervede.

Hier noch eine Quelle aus der Pestzeit des 16. Jhd.
Die Bewohner des Hauses versuchten sich vor der herannahenden Pest hinter die Mauern des Schlosses zu retten:

 

Identifikation

Titel

Bitte des Rentmeisters Sebastian Benner in Biedenkopf um Erlaubnis zur vorübergehenden Übersiedlung in das Schloss angesichts der in den benachbarten Dörfern ausgebrochenen Pest

Laufzeit

1575

Alte Archivsignaturen

OStS 8070 / 19 a Paket 6,1

Provenienz

(Vor)provenienzen

Landgraf Ludwig IV.

 




 

 

 

 


Aktuell  
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